Urajiro beim Shiba Inu

 

 Im ersten Absatz geht es um die richtige Betonung und Aussprache - diese ist - kurz zusammengefasst - uh’ra’dschi’ro.

 

Die Japaner haben keine wörtliche Übersetzung für dieses Wort, da es aus zwei Teilen zusammengesetzt ist. Der erste Teil des Wortes - ura - bedeutet die gegenteilige (also untere) Seite. Der zweite Teil - jiro - ist eigentlich “shiro”, dies bedeutet “weiß”. Shiro wird zu jiro, wenn es als zweiter Teil eines Wortes benutzt wird.

 

Urajiro bedeutet weiß auf der Unterseite. Man kann grundsätzlich sagen, Shibas müssen weiß auf der Unterseite haben. Aber das Wort “Urajiro” bringt dies besser zum Ausdruck.

 

Der Nippo-Standard sagt aus, dass alle Shibas Urajiro in den folgenden Bereichen aufweisen müssen:

 

Seitlich am Fang und an den Wangen.

Alle Unterseiten von Fang, Hals, Brust, Bauch.

Vom Brustkasten zum Schulteransatz, aber nicht auf die Schulter ausdehnend.

Der FCI-Standard für den Shiba benutzt in der englischen Übersetzung ebenfalls das Wort Urajiro. Es ist dort folgendermaßen definiert: weißes Haar seitlich am Fang und auf den Wangen, der Unterseite des Fangs und dem Hals, des Bauches und den Unterseiten der Rute sowie an den Innseiten der Beine.

 

Das Innere des Ohres und die Markierungen oberhalb der Augen (eye spots) sind in dieser Aufzählung nicht enthalten. Sie sollten jedoch ebenfalls erwähnt werden, da sie ein Teil derselben Gen-Kombination sind.

 

Wie alles beim Shiba sollte auch der Gesamteindruck des Urajiro mittelmäßig oder angemessen                  sein - nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig. Die Grenze zwischen der roten Farbe und dem Urajiro ist nicht klar gezogen, sondern leicht verwischt oder ineinander übergehend. Dies ist deshalb, weil die Charakteristik des Urajiro mit der Art der roten Farbe, die der Shiba zeigt, gekoppelt ist. Das Gen, das das Rot im Shiba bestimmt, bewirkt auch, dass sich bei einem erwachsenen Hund die Unterseiten aufhellen. Dieses Gen ist komplett unterschiedlich zu dem Gen, das z. B. beim Irish Setter die rote Farbe gibt.

 

Der Nippo-Standard für den Shiba gibt außerdem Empfehlungen für andere weiße Markierungen, die akzeptiert werden, aber nicht gefordert sind. Und - das ist das Wichtigste - diese weißen Markierungen sind kein Urajiro!

 

Dies sind:

 

weiße Socken an den Vorderbeinen, nicht höher als zu den Ellbogen, an den Hinterbeinen nicht höher als bis zum Kniegelenk.

Die Spitze der Rute.

Ein anderes Beispiel für diese Art von weißen Markierungen ist ein weißer Fleck auf der Brust eines neugeborenen Shiba-Welpen, der sich deutlich vom restlichen bräunlichen Welpenfell hervorhebt.

 

Oftmals werden jedoch diese weißen Markierungen auf der Brust oder Pfoten mit dem weiß des Urajiro stellenweise identisch sein, wenn der Welpe älter wird und die Bereiche, in denen Urajiro auftritt, aufhellen. Die weißen Markierungen sind noch immer da, sind jedoch nicht mehr sichtbar, da sie nun vom Urajiro überdeckt werden.

 

Fehlerhafte weiße Markierungen, die jedoch manchmal auftreten können, sind ein Fleck auf dem Nasenrücken oder dem Kopf, ein weißer Fleck im Nacken oder ein weißes Halsband (wie bei Collies und Shelties). Alle diese weißen Markierungen haben klar abgesetzte Grenzen zur roten Farbe. Alle sind durch die gleichen Gen-Kombinationen bedingt. Und nochmals, sie sind kein Urajiro!

 

Sie fragen jetzt sicher nicht mehr länger, warum wir das japanische Wort Urajiro in den USA benutzen.

 

Zusammenfassung:

 

Es bezeichnet alle geforderten weißen Stellen (die durch die gleichen Gen-Kombinationen bedingt sind) in einem Wort. Es trennt die erwünschten weißen Markierungen von denen, die zwar auftreten dürfen, aber nicht müssen (weiße Socken, weiße Rutenspitze).

Es gibt kein identisches Wort in der (englischen) Sprache, das diesen weißen Markierungen eine gleichlautende Zuordnung und Bedeutung gibt.

Die FCI hat ebenfalls dieses japanische Wort in den englisch-sprachigen FCI-Standard übernommen, dadurch wird das Wort zu einem internationalen Begriff.

Urajiro - die erforderlichen weißen Markierungen beim Shiba!

 

 

gefunden von K. Weber im Internet - übersetzt von K. Czernay; ein Artikel von Leslie Ann Engen, veröffentlicht im Februar - März 1997 in den Shiba-E-News des NSCA.

 

Text: © Karin Czernay

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Layout: ©  Jutta Horn