Meine Gedanken zum Shiba 
 
 
 
 

Allgemeines über den Shiba!

Dieses Wissen habe ich mir aus Büchern, Internet und den Gesprächen mit Gleichgesinden angeeignet. Oft passiert es, dass ich wieder was Neues dazu lerne obwohl ich mich mit dieser Rasse seit 2000 beschäftige und mittlerweile selbst 3 Shibas habe. Viele Dinge offenbaren sich erst wenn man ganz genau hinterfragt und die Augen und Ohren offen hält. Am meisten durfte ich von meinen Shibas auf sehr praktische und anschauliche Weise lernen. Sie haben mich für die Mimik, Gestik, Körpersignale und sonst jede kleine Regung sensibilisiert.

Ich werde nie alles wissen aber immer alles wissen wollen. (© mein Spruch)


         

 

 

Der aus Japan stammende Shiba, früher Shiba Inu (Kleiner Hund) gehört zu den ältesten Hunderassen. Durch Knochenfunde hat man festgestellt, dass diese Rasse über 8000 Jahre alt ist. Sein Erscheinungsbild hat sich trotz dieses langen Zeitraumes nicht verändert. Seine Verwendung ist für Kleinwild und Vögel aber er kann auch bei der Jagd auf Großwild eingesetzt werden. Sein Herkunftsgebiet ist die Bergwelt am japanischen Meer.

 

Eigenschaften des Shiba / Shiba Inu sind Intelligenz, Gelehrigkeit, einen sehr ausgesprochenen Dickschädel, die Begabung sich taub zu stellen.

Sein Wesen ist dominant und selbstständig bis hin zur Ignoranz.

Wen er zu seiner Familie zählt, zu dem ist er sehr freundlich, Fremden gegenüber kann er jedoch sehr reserviert sein.

Die Erziehung sollte sehr konsequent und verständnisvoll aber sanft sein.

Kadavergehorsam gibt es beim Shiba nicht.

 

Der Shiba / Shiba Inu ist ein sehr reinliches Tier das einer Katze ähnlich ist, sogar die Welpen fangen schon früh an sauber zu werden. Er hat auch keinen unangenehmen Eigengeruch, z.B. wie andere Hunderassen, die nass sehr unangenehm riechen, außer er kommt mal mit übel riechenden Gerüchen in Berührung.

 

Da der Shiba ein Jagdhund ist, kann sich dies auch auf seinen Freilauf beziehen, was heißt es kommt zu selbständigen, sich selbst belohnenden Jagdausflügen. Daher gibt es wenige Shibas die von der Leine frei gemacht werden können. Aber auch hier gibt es Ausnahmen, die sogar die Begleithundeprüfung absolviert haben. Der Shiba eignet sich auch für Agility oder Dogdancing.

 

 

 

Die Widerristhöhe beträgt für Rüden 40 cm, für Hündinnen 37 cm. Eine Abweichung von plus oder minus 1,5 cm wird toleriert.

Das Deckhaar ist hart und gerade, die Unterwolle ist weich und dicht. An der Rute ist das Haar etwas länger und abstehend. 

Die Fellfarben:  rot, schwarz-loh, sesam,

schwarz-sesam und rot-sesam (diese Farben habe ich jedoch leider noch nie gesehen)

Alle angeführten Farben müssen “Urajiro” aufweisen.

 

URAJIRO = uh’ra’dschi’ro

Bedeutung:        Es gibt keine japanische wörtliche Übersetzung für dieses Wort, denn es besteht aus 2 Teilen.

 

                        Der erste Teil: ura = untere Seite

                        Der zweite Teil: jiro = Shiro (aber als zweiter Teil eines Wortes, daher jiro) = weiß

                        Also die Bedeutung: weiß auf der Unterseite

 

 

Der Shiba ist auch ein guter Wachhund, der nur bei wirklichen Gründen bellt um seinen Herrn auf etwas aufmerksam zu machen. Im Haus ist er ein sehr ruhiger Hund.

Der Shiba / Shiba Inu ist ein würdevoller Hund. Schwächen merkt man ihm sofort am Gesichtsausdruck, an der Körperhaltung, den Augen, Ohren und der Rute an.

Ein würdevoller Shiba hat einen klaren, ruhigen und kräftigen Blick und kann seinem Gegenüber, ohne zu zucken, in die Augen schauen. Viele Shibas fixieren mit den Augen, was andere Hunde etwas irritiert und zu Aggressionen führen kann. Daher sollte besonders in diesem Bezug wirklich viel Wert auf die richtige Erziehung gelegt werden, sonst hat man einen Shiba an der Leine, der sich mit jedem anderen Hund anlegt und so das Gassi gehen zum Alptraum wird.

Für die Zwingerhaltung ist der Shiba nicht geeignet, denn er ist ein Familienhund. Er kann auch mit anderen Tieren vergesellschaftet werden, je älter er ist, desto weniger interessieren ihn andere Hunde.

  

 

Meine persönliche Erfahrung mit dem Shiba:

Die ich seit 2003 machen durfte und dadurch vieles gelernt habe. Auch meine Denkweise hat sich durch den Shiba sehr geändert, was Hundeerziehung angeht. 

Der Shiba / Shiba Inu eignet sich nicht für blinden Gehorsam (Kadavergehorsam) da er einfach zu stur und eigen in seiner Persönlichkeit ist.  

Wir nennen Kadavergehorsam den Gehorsam den man den Schäferhunden z.B. abverlangt, also blindes Gehorchen und bedingungslose Ergebenheit, egal, was, wann, wie, wo verlangt wird, also selbst aufgebenden Gehorsam, der den eigenen Tod nicht ausschließt

Kadaver = ein Hund der wie eine Marionette geführt werden kann also quasi leblos ohne Eigenleben. Natürlich ist das bei vielen Rassen von Nöten wenn sie als Gebrauchshund gehalten werden aber dies wird oft mit viel Strenge angelernt.

 

Dazu ist der Shiba einfach zu stur und eigen. Körperliche Gewalt in der Erziehung wäre fatal und würde zu nichts führen, dies sollte eigentlich bei keinem Hund angewendet werden. Jeder Hund sollte mit viel Liebe und Konsequenz  erzogen werden.


Wir haben uns gerade deshalb für den Shiba entschieden, weil er ein sehr katzenhaftes Verhalten hat. Er kann schon lernen und das sogar recht schnell aber er ist kein programmierbarer Hund der einfach seine Befehle abspult, er muss wirklich einen Sinn darin erkennen oder mit Leckerchen belohnt werden, denn manche Shibas sind auch bestechlich.

Stell dir einfach eine Katze vor, der kannst du beibringen was sie nicht darf und auch mal ein paar andere Befehle aber wenn sie nicht will wird sie nichts tun und genauso ist der Shiba. Natürlich hört er auch in gewisser Weise aber eben mit dieser gewissen, inneren Stärke die dir zeigt okay das mache ich jetzt weil ich es so will.

Gehorsamsdrill beim Shiba ist für die Katz. Er wird immer ein selbstbewusster, eigenständiger Hund bleiben und kein vor seinem Herrchen duckendes etwas.

Vielleicht ist das auch die japanische Kultur, das er immer majestätisch, erhaben rüber kommen muss.

Ein Shiba weiß nicht wie klein er eigentlich ist, im Umgang mit anderen Hunden ist er recht dominant.

Die Erziehung von einem Shiba / Shiba Inu ist nicht einfach, da er gerne austestet wie weit er gehen kann und bei verkehrter Erziehung, wird schnell er die Oberhand gewinnen.

Der Shiba / Shiba Inu ist auch nicht mit Australian Shepherd zu vergleichen, die ihrem Herrn fast schon jeden Wunsch von den Augen ablesen können. Er will seinem Herrn nicht gefallen, er will seine Rechte haben und seine Grenzen kennen.

Shibas sind sehr ruhige Hunde im Haus, aber wirkliche Jagdhunde im Freien die vor keiner Herausforderung Angst haben. Sie sind von der Körperspannung her sehr gelassene und ruhige Hunde, die nicht so unter Dampf stehen wie Terrierarten.

Ich halte einen Shibawelpen z.B. nicht für geeignet in einem Haushalt mit Wickelkindern oder wo es den ganzen Tag Aktion angesagt ist, da er da evtl. zu Ausrastern neigen kann. Ausnahme wäre, die Besitzer haben den nötigen Sach- und Hundeverstand um auf einen Shiba Welpen rücksichtsvoll eingehen zu können, dann spricht auch nichts dagegen einen Welpen mit Baby aufzunehmen. Das sollte aber vom Züchter wirklich genau hinterfragt werden. Ein Shiba-Welpe sollte wirklich viel Ruhe haben.


Während das bei einem ausgewachsenen Shiba nicht der Fall ist, da können Babys nachkommen, da er ja schon eine gewisse Festigkeit in seinem Wesen hat und selbst weiß wann er Ruhe braucht, nur auch hier sollte der Besitzer darauf achten, dass der Hund auch seine Ruhezeiten hat und seine Ruheplätze für die Kinder tabu sind.


Also ein Shiba / Shiba Inu kann schon mit Kindern aufwachsen aber diese müssen ihm dann aber auch seine Ruhephase geben, wie eigentlich bei anderen Hundewelpen auch. Nur aus Erfahrung sehe ich es mittlerweile so, dass der Shibawelpe extrem viele Ruhephasen braucht.

 

Meine Meinung zur Shiba Welpenvermittlung

 

Gerade in der Welpenvermittlung ist jeder Züchter gefordert die richtigen neuen Besitzer für seinen Shiba Nachwuchs heraus zu finden. Kein Züchter, der etwas auf sich und seine Zucht hält und seine Zucht mit voller Hingabe und Verantwortung betreibt, darf bei jedem Welpeninteressent zusagen ohne sich vorher ausgiebig mit den Menschen unterhalten und nachgefragt zu haben. Lieber schickt er Interessenten ohne eine Zusage fort, als dass später der Welpe unter seiner Ignoranz leiden muss. Ein Käufer weiß meist nicht viel über die Rasse und die hündischen Eigenschaften, somit  ist er auf seinen Züchter angewiesen und ausgeliefert. Also bitte an alle Käufer überlegen Sie wirklich lange und besuchen Sie so viele Züchter als möglich und holen Sie sich nur da einen Welpen wo Sie selbst gerne Welpe sein würden. Lassen Sie sich nicht von langen Autofahrten abschrecken oder des Preises wegen. Denken Sie daran, dass Sie sich ein Lebewesen in ihre Familie holen und lange Zeit zusammen leben werden. Was Sie vielleicht heute sparen kann Ihnen später zum Verhängnis werden und um vieles teurer kommen.

Hände weg von jedem angeblichen Züchter, der nicht unter dem weltweiten Dachverband des FCI züchtet, denn er ist an keine der dortigen Satzungen und Vorschriften gebunden. Natürlich kann es auch dort Züchter geben die mit Liebe und Hingabe ihre Zucht betreiben, aber warum dann nicht unter einem Zuchtverband mit Kontrolle, Untersuchungen und all diesen Dingen. Hier kann es auch kleine Vereine geben, die mit Ahnentafeln und Papiere werben nur werden Sie da keinen FCI Stempel sehen, da diese nur ihre eigene Suppe kochen und sind wir mal ehrlich heutzutage kann man alles mit dem PC und Drucker machen und das sieht dann sehr professionell aus ist aber nicht weltweit anerkannt. Lassen Sie auch die Finger von Züchtern, die zu viele Würfe im Jahr haben, denn dort ist nur der Profit wichtig und nicht die einzelnen Zuchthunde und ihre Welpen.

Sie selbst haben es in der Hand einen verantwortungsvollen Züchter ausfindig zu machen und Sie tragen auch später die Verantwortung für diesen Hund und müssen mit ihm durch dick und dünn gehen, da es ein Familienmitglied werden wird. Deshalb schließen Sie schon alles an Missständen  im Vorfeld aus, sodass es kein böses Erwachen geben wird. Natürlich kann Ihnen kein Züchter eine Garantie über die Gesundheit und die Entwicklung des Welpen geben aber wenn schon im Vorfeld keine kranken oder erbgeschädigten Elterntiere zur Zucht zugelassen werden dann sind auch hier die geerbten Krankheitsfälle fast auszuschließen. Natürlich ist es auch hier unmöglich eine Garantie vom Züchter zu erwarten, denn keiner kann in die Zukunft sehen.

Ich wünsche Ihnen viel Glück, Fingerspitzengefühl und die benötigte Intuition für den richtigen Züchter.


Meine Einstellung zu der Rasse Shiba

 


Ich für meinen Teil möchte keine andere Rasse mehr haben, da mir genau diese Eigenschaften am Shiba imponieren und gefallen.


Mittlerweile können wir unsere 4 Jahre alte Hündin Leila fast immer frei laufen lassen, natürlich nur wo kein Straßenverkehr ist. Bei unseren beiden jüngeren Shiba-Persönlichkeiten sieht dies noch anders aus, da machen wir sie nur ab und an frei und hatten bis jetzt immer  Erfolg mit unseren Bemühungen und konnten sie ohne Probleme wieder an die Leine legen. Auch mit Schleppleine klappt es gut. Nur bei den beiden muss man wirklich immer auf der Hut sein und alles um einen herum im Blick haben um rechtzeitig reagieren zu können.
 

Obwohl wir drei Shibas haben, eine vierjährige Shiba Inu Hündin, der Shiba Inu Rüde ist 16 Monate und die Jüngste fast 6 Monate alt, geht es bei uns ganz ruhig im Haushalt zu und das noch mit 2 Katzen von 14 Jahren und 6 Jahren. Im Haus hört man fast nichts von unseren Shibas außer sie wollen wirklich mal untereinander oder mit uns spielen. Wenn allerdings jemand unser Grundstück betritt dann wird angeschlagen, was aus vereinzelte Belllaute besteht aber keine Bellattacken.

Von der Pflege her sind sie super einfach zu halten.

Wer Katzen liebt und mit ihnen klar kommt, der wird auch ein Fan von einem Shiba werden, außer er mag gar keine Hunde.

Ich hoffe ich konnte mich verständlich ausdrücken.


Jutta Horn 

(Stand April 2007)

 

©  Jutta Horn