Das Richten vom Shiba Inu

 

 Einleitung

Der wichtigste Aspekt des Richtens von Shibas ist, die wirkliche und wahre Qualität des Hundes zu erkennen. Um es herauszufinden, ist es wichtig, die Erscheinung als Ganzes zu sehen - rüdenhaft oder hündinnenhaft, Körperform, Ohren, Augen, Schnauze und Lefzen, Kopf und Nacken, Vorderpfoten, Hinterpfoten, Brust, Rücken, Hüften, Rute und Fell.

 

Im Einzelnen sind die optische Erscheinung, ein fester Körper und das Fell die besten Erkennungsmerkmale für die Reinheit der Zucht.

 

Für die geschlechtliche Bestimmung müssen die Geschlechtscharakteristika offensichtlich sein, mit einem Verhältnis Körperhöhe zu Körperlänge in den Proportionen 100 : 110 beim Rüden. Die Hündin hat einen etwas längeren Körper. Der Rüde sollte ca. 39,5 cm +/- 1,5 cm sein und die Hündin ca. 36,5 cm +/- 1,5 cm. In jedem Fall ist das Idealmaß in der Mitte.

 

Wie man den wahren Charakter herausfindet

 

Shibas müssen beherzt sein, gehorsam gegenüber dem Besitzer, treu, geduldig und vorsichtig Fremden gegenüber. Shibas, die nervös sind, die Rute einklemmen, bellen oder ungehorsam gegenüber dem Besitzer sind, müssen als minderwertig angesehen werden.

 

Ohren

 

Die Ohren müssen dreieckig sein, die innere Linie ist kürzer als die äußere Linie. Das Ohr ist leicht nach vorne geneigt. Der Ansatz der Ohren ist dick und kräftig. Dünne Ohren, solche mit einem schmalen Ansatz, große Ohren oder Ohren, die nicht nach vorne geneigt sind, sind nicht erwünscht.

 

Augen

 

Es heißt, dass das Auge des japanischen Hundes das Wesen der Rasse widerspiegelt. Warum wird soviel Wert auf ein einziges Merkmal gelegt?

 

Es ist deshalb, weil die Regungen des Hundes, die Anzeichen von Geist, Mut, Gemüt, Schlichtheit und Eleganz, Vitalität, Gutartigkeit und Gehorsam zeigen. All das, was im japanischen Hund erwünscht ist.

 

Die Form des Auges muss dreieckig sein, am äußeren Rand leicht aufwärts eingesetzt. Sie sollen tiefliegend sein mit einem kraftvollen, lebendigen Ausdruck. Augen, die vorstehen, große Augen oder runde Augen sind nicht gut.

Die Augen sollen von dunkelbrauner Farbe sein.

 

Schnauze

 

Der Nasenrücken muss gerade sein, er darf nicht hohl oder gewölbt sein. Die Lippen sollen voll und geschlossen sein. Dünne, herabhängende, überlappende Oberlefzen oder sich ausstreckende Unterlefzen sind nicht erwünscht.

 

 

Kopf und Nacken

 

Der Kopf soll groß sein. Der Vorderkopf soll breit und eben sein, aber die Wangen sollen voll sein. Der Nacken soll mächtig und stämmig sein, das Fell am Nacken soll elastisch und fest (anliegend) sein. Es darf niemals lose sein. Gelegentlich sieht man Shibas mit faltiger oder hängender Nackenhaut, aber diese Hunde kommen aus unreinen Linien.

 

 

Vordere Gliedmaßen

 

Sie beinhalten die Schultern, den Oberarm, Mittelfuß, Fußgelenk, Pfoten und die verschiedenen Gelenke.

 

In letzter Zeit wurden Hunde mit flacher Schulterneigung, wenig ausgebildeter Brusttiefe, schwachen oder nach außen gedrehten Ellenbogen, Gelenke mit unkorrekter Winkelung und extrem losen Pfoten gesehen.

 

 

Hintere Gliedmaßen

 

Die hinteren Gliedmaßen sind wichtig, weil sie die Kraft für die Vorwärtsbewegung garantieren. Der Rumpf, Oberschenkel, Knie, Unterfuß und Hüfte ergeben die hinteren Gliedmaßen. Die Hinterbeine müssen gut gewinkelt sein und einen sicheren, aber elastischen Stand aufweisen. Das Beingelenk muss einen Winkel von 145° - 150° aufweisen. Der Winkel soll nicht zu tief oder zu gerade sein.

 

 

Die Brust

 

Die Brust soll tief sein und ungefähr eine Hälfte der Körperhöhe betragen - nicht weniger als 45%. Die Brustplatte soll gut entwickelt sein. Weder eine enge noch eine runde Brust (Fass-Brust) sind erwünscht beim japanischen Hund.

 

 

Rücken und Hüften

 

Der Rücken muss gerade, stark und eben sein. Er darf nicht aufgezogen oder abfallend sein. Die Hüften sind näher zusammen als die Schultern, aber sie müssen starke Muskeln haben, um den Hund bei der Vorwärtsbewegung zu unterstützen.

 

 

Rute

 

Die Rute trägt viel zum Erscheinungsbild des Hundes bei - egal ob kraftvoll, stark, gerollt oder sichelförmig. (Anmerkung des Verlegers: Eine lockere, ganze Rolle ist den Veröffentlichungen des Nippo gezeigt als der ideale Shiba. Die andere ideale Rutenform ist eine Sichel oder ein Stock. Die Sichelform wird maki-o genannt, die Stockform sashi-o.) Die ideale Länge ist bis zu den hinteren Sprunggelenken. Die Qualität der Rute ist überaus wichtig, weil sie im Verhältnis steht zu den Körpermerkmalen, dem Wesen und der Fellqualität.

 

 

Fell

 

Die wahre Natur des Shibas kann man anhand seines Felles erkennen. Die Deckhaare müssen nadeldick, stark und gerade sein. Die Länge des Felles auf den Schultern soll ca. 4,5 cm sein. Die Unterwolle soll weich und flauschig sein. Probleme mit dem Fell entstehen, wenn das Fell an der Rute “ogami” ist (Anmerkung des Verlegers: An einer Linie von zwei Seiten zusammen wachsend (ridge) wie zwei betende Hände), spärlich oder zu lang ist. Die Farbe muss leuchtend (glänzend) und klar sein.

 

 

von Eiji Komada, D. V. M / Nihon Ken Hozonkai Assistant Chief Judge

 

(entnommen dem Shiba-Journal / USA)

 

übersetzt von Karin Czernay

 

Text: © Karin Czernay

 

Seitenanfang 

Layout ©  Jutta Horn